Neujahrsempfang_emobil2015

Neujahrsempfang in Gilserberg – Vorstellung Jahresplanung

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Gilserberg. Kuschlig eng war’s im Lokal zum Jahresempfang des Vereins Elektromobilität Nordhessen e.V. im Gilserberger Landgasthaus Steller am Dienstagabend.

Fast 40 Gäste folgten der Einladung des Vorsitzenden Thomas Schuricht, um Neues zu den Vereinsaktivitäten rund ums Thema Elektromobilität zu erfahren.

Die Gäste reisten aus fünf Landkreisen an und wurden von Gilserbergs Bürgermeister, Rainer Barth, begrüßt. In seinem kurzen Grußwort stellte Barth den hohen Erzeugungsanteil der Gemeinde mit Wind- und Sonnenenergie vor. Er freute sich sehr über das große Interesse und die Mitwirkung Gilserberger Unternehmer am spannenden Thema E – Mobilität.

Als Gastredner konnte man den Geschäftsführer der Firma e8 Energy, eins der führenden Unternehmen für DC Schnellladetechnik, Rachid Ait Bouhou, gewinnen. Sein Thema „DC Schnellladung – warum und wo am besten?“

Eine der größten Herausforderungen ist die Ladeinfrastruktur, die Angst einer zu geringen Reichweite der Fahrzeuge und die Angst, irgendwo „liegen“ zu bleiben. Dabei liegt die Fahrstrecke von 80 % aller Fahrten in Deutschland deutlich unter 100 Kilometern. Ait Bouhou gab einen Ausblick auf die Entwicklung der nächsten Jahre und unterstrich dabei, dass die von der Bundesregierung angestrebten 1. Mio. Elektroautos bis zum Jahr 2020 zwar eine große, aber nicht unmögliche Aufgabe sind. Die Leistungskapazität der genutzten Batterien sieht er als ein Problem, das die Nutzer noch einige Zeit beschäftigen wird. Erst in ca. fünf Jahren sieht Bouhou eine Verdoppelung der Reichweite der Fahrzeuge. Trotz aller Superlative in Bezug auf leistungsstarke Akkus sieht er eine hinterher hinkende Entwicklung. Derzeit gibt es bundesweit ca. 4.800 Ladepunkte. Nur 100 davon sind sogenannte Schnellladepunkte, bei denen ein Elektroauto innerhalb von ca. 30 Minuten auf 80 % geladen werden kann. Für die geplante eine Million Autos im Jahr 2020 sieht er eine erforderliche Anzahl von mindestens 28.000 Ladepunkten mit ca. 7.000 Schnellladepunkten.

Ganz wichtig ist für ihn die Standortfrage dieser Schnelllader. Nicht, wie bisher oft geschehen, aus Prestigegründen an teilweise unsinnigen Stellen sondern an Tankstellen, Rasthöfen und Großmärkten sowie touristischen Anziehungspunkten und Hotels müsse eine entsprechende Ladeinfrastruktur geschaffen werden. Er kündigte an, dass auch die großen Discounter in Deutschland dieses Thema bereits im Fokus haben. Genau wie Lars Thomsen, der im September des vergangenen Jahres beim Forum der Erlebnis E-Mobilität in Schwalmstadt zu Gast war, ist er der Meinung, dass die Elektromobilität kurz vor dem Durchbruch steht.

Im Anschluss an den Vortrag stellten Mitglieder des Vereinsvorstandes die geplanten Projekte des laufenden Jahres vor. Highlight wird auch in diesem Jahr die Erlebnismesse Elektromobilität am 5. und 6. September am Alleeplatz in Schwalmstadt-Ziegenhain sein. Karl-Walter Eberlein, der wieder die Messeleitung übernehmen wird, freut sich, dass der erste hochkarätige Referent bereits seine Zusage für das Forum erteilt hat. Bei einem kurzen Rückblick bedankte er sich bei allen engagierten Partnern und Sponsoren, die die beiden vergangenen Messen erst möglich gemacht haben und bereits heute ihre Unterstützung für die diesjährige Messe zugesagt haben.

Ein weiteres Projekt ist die Umsetzung eines Pilotprojektes zur Ladeinfrastruktur. Dabei soll an einem attraktiven Standort eine entsprechende Schnellladeeinrichtung geschaffen werden. Auch hierfür haben sich bereits Partner gefunden. Man ist bereits in konkreter Planung.

„Um Menschen für Elektroautos zu begeistern, müssen die Autos auf die Straße“, so Gerhard Reidt, Vorstandsmitglied des Vereins. Hierzu ist in Zusammenarbeit mit dem Touristikservice Rotkäppchenland ein Car-Sharing System geplant, das dann Gästen sowie Bürgern der Region zur Nutzung zur Verfügung stehen soll. Als bereits erfolgreiches Projekt nannte Reidt dabei das Projekt E-Wald, das bereits in sechs Bundesländern erfolgreich läuft. (www.e-wald.eu).

Dr. Christian Kahl Informierte über Fördermöglichkeiten und betonte dabei, dass alle Förderungen nur möglich sein werden, wenn die Antragsteller sich an die bereits eingeführten Standards halten. Wichtig sei, dass die Voraussetzung für Förderung erst geschaffen werden muss.

Bereits heute ist es jedoch über unterschiedlichste Programme des Landes sowie des Bundes möglich, gefördert zu werden. Hier bietet der Verein mit seinem Netzwerk an Spezialisten entsprechende Unterstützung an.

Thomas Schuricht gab zum Abschluss der informativen Veranstaltung noch einen Überblick über die allgemeinen Ziele des Vereins. Die Mitgliederzahl liegt derzeit bei 33 Mitgliedern mit steigender Tendenz. Hierbei hat sich mittlerweile eine sehr große Fachkompetenz bei den Mitgliedern eingefunden.